Trainingswohnungen

 
 
Trainingswohnungen, Stationäre Einzelwohnform, 15 Plätze
 
In die zwölf Trainingswohnungen auf dem Einrichtungsgelände und in die drei externen Trainingswohnungen werden Jugendliche und junge Volljährige beiderlei Geschlechts ab 16 Jahren aufgenommen. Sie wechseln in der Regel aus dem Betreuungsangebot der Selbstständigen Gruppe, ggf. aber auch aus der Kinder- und Jugendgruppe in die Trainingswohnungen
 
Sie kommen ursprünglich aus den verschiedensten familiären Herkunftssystemen, Pflegefamilien, Jugendhilfeeinrichtungen sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie weisen unterschiedliche psychosoziale Problembelastungen auf, zeigen daraus resultierende Verhaltensauffälligkeiten, sozial-emotionale und psychische Belastungsreaktionen sowie psychische Störungsbilder, haben Entwicklungsverzögerungen, Lern- und Leistungsprobleme sowie vielfältige soziale Benachteiligungen und seelische Behinderungen.
 
Um eine gesellschaftliche Integration trotz erheblicher individueller Problemlagen zu ermöglichen, kommen in diesem Betreuungsangebot verstärkt handlungsorientierte Ansätze zum Tragen. Sie beinhalten das gezielte Bearbeiten der sich aus der neuen Wohn- und Lebenssituation ergebenden Anforderungen, insbesondere die Unterstützung bezüglich des Ausbaus der lebenspraktischen Alltagskompetenzen. Zudem werden die zu Betreuenden darin unterstützt sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen und dabei die notwendigen Voraussetzungen und Kompetenzen für eine erfolgreiche Integration in die Arbeitswelt zu entwickeln bzw. auszubauen.

Die zu Betreuenden sollten sich insgesamt in ihrer psycho-sozialen Entwicklung schon relativ stabilisiert zeigen und klare Perspektiven in Bezug auf die schulisch- berufliche Zukunft sowie Motivation hinsichtlich ihres eigenen Verselbstständigungsprozesses haben. Weitere Voraussetzungen sind ein gewisser Grad an Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit, dazu gehört z.B. selbstständiges Aufstehen, sich im Wesentlichen selbstversorgen können, positives Hygiene- und Ordnungsverhalten, Zuverlässigkeit im Umgang mit den zur Verfügung stehenden Finanzen, Absprachefähigkeit etc.. Das Angebot steht ebenso Jugendlichen und jungen Volljährigen von außerhalb des Forellenhofes zur Verfügung, wenn die fachliche Einschätzung ergibt, dass sie die o.g. Voraussetzungen im Wesentlichen erfüllen können und wollen. Zudem richtet sich das Angebot an Jugendliche und junge Volljährige aus familiären Krisensituationen, für die aufgrund ihres Alters und der Ausgangssituation keine Rückführung in Betracht kommt.

In die drei externen Wohnungen können auch die Bewohner der Trainingswohnungen des Haupthauses aufgenommen werden, um ihnen ggf. noch ein weiteres Angebot zu machen, sich auf das Wohnen im eigenen Wohnraum vorzubereiten. Häufig verbinden junge Menschen den Wechsel in eine eigene Wohnung mit dem Gefühl des Alleinseins.

Ebenso können auch Jugendliche und junge Volljährige mit besonderen Problemlagen aufgenommen werden, die aufgrund ihrer individuellen Lebenssituation nicht in die anderen Betreuungsangebote integriert werden können. Immer wieder sind dies Jugendliche und junge Volljährige, deren problematische Verhaltensweisen sich oftmals derart negativ auf MitbewohnerInnen der Einrichtung auswirken, dass vorhersehbar untragbare Verhältnisse eintreten könnten und/oder sie aus verschiedensten weiteren Gründen nicht mehr in den bisherigen Angeboten zu fördern sind. Oft wirkt sich die Aufnahme in die externen Trainingswohnungen dahingehend positiv aus, dass von einer vorzeitigen Beendigung von Jugendhilfemaßnahmen abgesehen werden kann.
 
Im Fokus dieses Angebotes steht u.a. die Auseinandersetzung und das Erleben von Wohnen außerhalb einer Wohngruppe bzw. einer Jugendhilfeeinrichtung und den damit verbundenen Anforderungen sowie der bisher nicht erlebten Situation, auf sich selbst gestellt zu sein. Die externen Wohnungen sind so in die örtliche Struktur eingebettet, dass damit die sozialräumliche Integration der Bewohner noch besser gefördert werden kann.